Im Nordböhmen geboren (Jahrgang 1930) erlebte ich, zuerst unter der nazistischen Besatzung (1939-45) und dann nach unter der stalinistischen Diktatur (1948-1968) die ähnliche Freiheitsbeschränkung und die ähnlichen Gräueltaten im Namen einer totalitären Ideologie. Das Erstmal im Namen "der arischen Rasse", das Zweitmal "der Arbeiterklasse"). Diese Unterdrückungs- und Ungerechtigkeits-Atmosphäre war seit meiner Jugend die Triebfeder für meine Suche nach einem höheren Lebenssinn, nach der "kosmischen Wahrheit" und nach der Überwindung der an und für sich unzufrieden stellenden menschlichen Lebenslage.
Nach dem Krieg absolvierte ich das Gymnasium in Nova Paka und dann die Veterinärfakultät in Brün (1950-1955). Im April 1956 heiratete ich eine reformierte Pfarrerin. Mit sog. wissenschaftlichen Aspirantur (als Postgraduales Studium) versuchte ich an der Forschungsanstalt für Fleisch und Fische in Brün die Wurzel für eine wissenschaftliche Kariere zu schlagen, aber, wegen der katastrophalen Wohnungslage, mussten wir nach Nordböhmen, woher wir stammten, zurückkehren. Die Tochter wurde in Semily (1957) und der Sohn in Turnov (1963) geboren. Hier arbeitete ich zuerst in einem Geflügel- und später in einem Fleischkombinat. Nach der Verteidigung meiner Habilitationsarbeit bekam ich dann 1964 eine Stelle als Direktor der Veterinäruntersuchungsanstalt in Terezin.
Anfangs August 1968, inmitten des erfolgreichen und weit fortgeschrittenen "Prager Frühlings" (der bereits in den ersten Monaten des Jahres die Parteibürokratie des verhassten Regimes wegblies und so das Regime in ein starkes Bedrängnis brachte), konnten wir endlich mit beiden Kindern (11 und 6 Jahre) erstmal in unserem Leben Ferien am Meer in Jugoslawien verbringen. Morgen am 21. August 1968, als wir uns bereits auf der Rückreise befanden, erreichte uns die Nachricht, dass uns die Russen besetzt hatten. Wir haben uns entschieden, nach Hause nicht zurück zu kehren. So ging unsere Reise von Zagreb weiter nach Wien, wo wir das "Einreisevisum für drei Monate" in die Schweiz bekommen haben. Dank dieser für uns günstigen Entwicklung erreichten wir, in einer endlosen Flüchtlings-Autokolonne, am 4. September 1968 die Schweizergrenze. Mit 38 Jahren erlebte ich so endlich die äussere Freiheit, mit der Möglichkeit, die innere Wahrheit und den Lebenssinn unbehindert zu suchen.
Durch alle meinen Lebensjahre litt ich unter einem zunehmenden Gefühlsdruck, dass an mir das wahre Leben trotz meinem langjährigem Fachstudium vorbei geht, und dass ich immer noch das wichtigste, nämlich das Leben selbst, nicht begriffen und sein Wesen nicht gefunden habe.
Als ich bei der städtischen Fleischschau in Zürich arbeitete und nach der Arbeit im Schlachthof noch etwas Zeit zum Besuch von UNI - Vorlesungen hatte, habe ich mich (mit 45 Jahren) als Student der psychologischen Fakultät eingetragen und zwei Semester (bis zur einer neuen ungünstigeren Arbeitszeit - Änderung) besucht. Durch diese "schulpsychologische Exkursion" verlor ich aber sehr rasch die Illusion, dass mann die Seele oder Gott in einer Schulbank mit dem Kopf finden könnte. Dies bestätigte mir auch ein Beispiel aus unserer tschechischen ökumenischen reformierten Johannes Hus - Gemeinde im Lavaterhaus (gegründet und geführt von Přemysl Pitter und Olga Fierz), die mein erster "Seelenanker" in Zürich wurde.
Pitter hat seine Theologie nicht an einer Fakultät gelernt, sondern sein Mitgefühl reifte an den Fronten des ersten Weltkrieges, in der Friedensbewegung, unter den Strassenkindern des Prager Proletariats, unter den verfolgten jüdischen und danach, nach dem Krieg, unter den deutschen Kindern, sowie unter den tschechischen Flüchtlingen im deutschen Flüchtlingslager Valka, mach dem kommunistischen Putsch. Sein Mitgefühl, seine Lebenserfahrung und seine geistige Offenheit blieben einmalig und für seine akademischen Nachfolger nach seinem Tod (1976) auch bei ihrem besten Willen leider nicht nachvollziehbar.
Von seiner Mitarbeiterin Olga Fierz übernahm ich in den 80 er Jahren die Funktion des Hus-Gemeinde-Aktuars und somit auch den Schlüssel vom Lavaterhaus. So musste ich jeden Sonntag die Tür öffnen, für die Bestuhlung sorgen und danach auch das aktuelle Sonntagspredigt hören. So wurden es in fünfunddreissig Jahren mehr als zwölfhundert Predigte.
Somit holte ich mir (als konfessionslos erzogen), die in meinem Religionsunterricht versäumte Erkenntnisse reichlich nach, jedoch ohne ihre dogmatischen "biblischen Scheuklappen". Für mich stand (bei einer ganz unvoreingenommenen Betrachtung) auch der Geist der anderen "Erleuchteten" (wie Buddha und seine Reinkarnationslehre, Swami Omkarananda und Sai Baba), mit dem Geist der biblischen Botschaft in keinem Widerspruch. Um so mehr störte mich, dass alle Reformatoren vor dem Kaisers Konstantin - und Justinian verfälschten "Schein-Christentum", sowie vor allen ihren Verbrechen (und heute lächerlichen Flüchen) kritiklos schweigend stehen geblieben waren.
So wurde für mich, nicht nur die katholische, aber auch die reformierte Kirche, in ihrer unbegründeten Ablehnung der Reinkarnationslehre, auf den "Holzweg" im wahren Verständnis vom Leben und Tod geraten. Die Rehabilitation von Origenes und Arius und von allen ihren von der römisch-katholischen Kirche ermordeten späteren Nachfolgern und "Ketzern", die sich um nichts anderes als um Rückkehr der Kirche zum Tatchristentum der Urkirche bemühten, wurden für mich der längst fällige Schritt zur Vollendung einer andauernden Reformation ("reformata und semper reformanda"). Für mich unterschied sich die Buddhas Analyse des Lebens als Leiden (die Beschreibung des aktuellen "Ist - Zustandes") und die christliche Vision einer neuen Erde und eines neuen Himmels ohne Tränen und Leid (als eine Zukunftsvision eines "Soll-Zustandes") nur in einer anderen Zeitperspektive.
Dazwischen sind durch den Zürcher Schlachthof weitere zehn Jahre über das Förderband des Todes, auf dem ich mehrere Jahrzehnte meines Lebens verbracht habe, gezogen. Diesmal mit neuem Kopfhörer mit aufgenommenen Werken von Jakob Lorber und Emanuel Swedenborg auf dem Kopf. Mit dem Buch "Wie gewinne ich die Erkenntnisse der höherem Welten" von Rudolf Steiner, reiste ich viele Jahre in Ferien ohne diese Erkenntnisse zu gewinnen oder einen neuen "Erleuchtungsschub" zu erleben.
Ein Durchbruch in die höheren Dimensionen des Daseins
gelang mir endlich unerwartet durch ein Erlebnis des Kundalini-Feuers, unter ganz anderen Umständen, als ich erwartet habe, nämlich als Folge einer Amalgam-Vergiftung mit zusätzlicher Blutvergiftung von einer vereiterten Zahnzyste).
Mit allen ihren Umwegen dauerte so meine bewusste Wahrheitssuche etwa 40 Jahre
.Dank diesem Kundalini-Erlebnis am 23.12.1984, ausführlich beschrieben im nächsten Kapitel, habe ich das wahre Wesen des Menschen,
den dipoligen Heiligen Geist (Gott in Dir - der eine Triade ist), endlich in mir selbst gefunden. Jan Amos Commenius schrieb in seinem Buch "Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens": "Dein Herz bleibt so lange unruhig, bis es im Gott seine Ruhestätte findet". Aber bei mir war es wesentlich mehr:Der in meinem Herzen gefundene Gott verwandelte gründlich meine Lebensperspektive: Aus dem mich lebenslang plagendem Gefühl einer Sinneslücke und eines total daneben stehenden Nebenseiters, wurde plötzlich eine sprühende Quelle meiner eigenen göttlichen Kraft und Freude und ich selbst zu einem im Zentrum stehenden Regisseur und Autor meines eigenen Lebensdramas. Weg war die Illusion einer getrennten Ego-Existenz sowie die Angst vor dem körperlichen Tode. Seit dieser Zeit tauchen in mir neue Antworten auf diverse Fragen, welche in mir dieses Todes nahe Erlebnis hinterlassen hat, unerwartet auf.
Aus dieser eigenen Erfahrung empfehle ich dann allen Suchenden die folgende
Feststellung von Sai Baba zu beachten:Ohne den vorherigen Bildungsweg des Herzens - die Selbst- und Gottverwirklichung, bleibt der heutige
Bildungs- weg des Verstandes für den Gelderwerb nur eine Sackgasse, in der man keine Glückseligkeit, sondern nur Sinnlosigkeit und Tod findet.Links: Perlen der Weisheit
(in den Zitaten von Sai Baba) Sai Baba und seine Lehre und Offenbarungen, Rosenkreis Verlag (zusammengestellt von Annrose Künzi)Meditation ist Leben, Rosenkreis Verlag
(zusammengestellt von Annrose Künzi aus den Lehren von Satya Sai Baba und Alice A. Baily/Tibeter)Swami Omkarananda: Die Wissenschaft der Selbstverwirklichung
Sogyul Rinpoche: Das Tibetische Buch vom Lebem und Sterben, Fischer VerlagRigpa Schweiz, Postfach, CH 8027 Zürich Tel. 044- 463 33 53 www.rigpa.ch